Broadway-Melodie 1492

Jura Soyfer war nicht nur ein genauer Beobachter und Visionär der politischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen seiner Zeit, der manche Katastrophen vorausgesagt hat. Er erkannte sich in der Geschichte immer wieder wiederholende Mechanismen, mit denen die Reichen und Mächtigen Druck auf sozial Schwächere ausüben.

Er benutzte - um der Zensur zu entgehen - die Geschichte um die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus als Parabel für seine Warnung vor dem österreichischen Faschismus. 

Damit beschreibt er nicht nur die Invasion des neuen Kontinents durch die Spanier im Jahr 1492 und den Beginn des gnadenlosen Vernichtungsfeldzugs gegen die indigenen Völker. Er spannt den Bogen von diesem Völkermord bis zu den gefährlich drohenden Expansionsbestrebungen der Nationalsozialisten.

Und BROADWAY-MELODIE 1492 gewinnt in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen in den USA - aber auch überall sonst in der Welt – durch den Angriff auf die Demokratie, den Zugriff der Autokraten, deren territorialen Expansionsbestrebungen, Einschränkungen von Bildung, Journalismus, Meinungsfreiheit, willkürliche Verfolgung von Zugewanderten, Ausländer*innen, Andersgläubigen und Kritiker*innen, Bündelung des Kapitals bei den Reichsten etc. an nahezu erschreckender Aktualität.

Soyfer erkennt, dass es nicht zufällig einzelne Personen sind, die ihre Macht missbrauchen. Es sind immer wieder gesellschaftliche Entwicklungen, die es narzisstischen, egomanischen Persönlichkeiten erlaubt, sich als Herrenmensch über andere zu erheben. Diese selbsternannten Helden und Retter der Menschheit arbeiten mit Korruption, Lügen und Betrügereien und Deals und träumen von Expansion, Invasion, Ausbeutung, Unterdrückung und Versklavung. Sie reden vom Kampf gegen Faschismus, Drogenhandel, Bedrohung durch fremde Kulturen und Religionen - aber es geht nur um uneingeschränkte Macht und Geld.

Soyfer erzählt die Entdeckung Amerikas und ihre dunklen Folgen nicht als Tragödie, sondern als satirische Posse, voll Witz und bitterer Ironie – in bester Tradition der Wiener Volkskomödie.

Soyfer beschreibt aber nicht nur die Probleme und Schwächen der Menschen, sondern auch ihre Hoffnungen und Träume. Er erzählt von ihren Visionen und Utopien, an deren Umsetzung sie meist scheitern. Und er bleibt allen widrigen Umständen zum Trotz ein unverbesserlicher Optimist. 

Vor allem aber ruft er uns immer wieder in Erinnerung, dass es an uns selbst liegt, wenn wir in einer gerechteren, menschlicheren und intakten Welt leben wollen.

 

Unsere Produktion erzählt die Geschichte von der eher zufälligen Entdeckung des Kontinents, der später Amerika genannt wurde, mit viel Action, satirisch überzeichneten Szenen und kabarettistisch-witzigen Dialogen. Sie wird sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche ansprechen.

UTOPIA Theater

Steinbruchstraße 28/8/3

1160 Wien

 

Tel.: +43 (0) 699/ 12048007

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