Unser Spielplan


DER DIENER ZWEIER HERREN                                                                                                        ab 4. Juni 2021


nach  Carlo Goldoni

Bearbeitung: Peter W. Hochegger

 

Es spielen:

Pantalone de Bisognosi                                             Andreas SEIDL

Beatrice Rasponi                                                        Natalie J. OBERNIGG

Florindo Aretusi

Rosaura, Brighellas Witwe/ Dottore Lombardi              Helga GRAUSAM

Smeraldina/  Clarice, Pantalones Tochter                          Viktoria WEINER

Arlecchino Botacchio

 

Bühne                                    Erwin BAIL

Kostüme                                Petra TEUFELSBAUER

Technik                                  Martin HORNIG

Regie                                     Peter W. HOCHEGGER

 


INHALT

Venedig. Verlobungsfeier im Hause Bisognosi. Pantalones Tochter Clarice gibt Silvio, dem Sohn des Dottore Lombardi ihr Ja-Wort. Da erscheint völlig unerwartet der totgeglaubte Federigo Rasponi aus Turin, um von Pantalone Gelder einzutreiben und die ihm versprochene Clarice zu heiraten. Bald stellt sich aber für das Publikum heraus, dass Federigo eigentlich seine Schwester Beatrice ist, die ihrem Geliebten Florindo in Männerkleidern nachgereist ist, um ihn mit den Geldern von der drohenden Verurteilung zu retten. Florindo Aretusi floh nämlich nach Venedig, weil er verdächtigt wird, in Turin den Bruder seiner Geliebten Beatrice im Streit getötet zu haben.

Ohne von einander zu wissen, nehmen Beatrice und Florindo in Brighellas Gasthaus Logis.

Im Mittelpunkt der Handlung steht allerdings Arlecchino Bottacchio, Beatrices schlauer Diener.

Er lässt sich hinter Beatrices Rücken auch von Florindo einstellen und hofft so auf zwei Mal Lohn und doppelte Mahlzeiten. Wie zu erwarten, gerät er dadurch laufend in Schwierigkeiten, den einen Herrn vor dem anderen geheim zu halten. Und so verstrickt er sich immer mehr in Ausreden und Not-Lügen. 

Wir präsentieren eine Inszenierung, angelehnt an den Spielstil der Commedia dell` arte, die sowohl Kinder und Jugendliche, als auch erwachsene Menschen ansprechen soll. 

Für Kinder ist unsere Aufführung ein flottes Spektakel voller rasanter Action mit einer lustigen Identifikationsfigur: Arlecchino, dem Stammvater und Prototypen aller Kasperlfiguren.  

Für Erwachsene ist es vor allem eine Geschichte über den Über-Lebenskampf einfacher Menschen in systemrelevanten, aber schlecht bezahlten Berufen, die – abhängig vom Wohlwollen der begüterten Gesellschaft – nur durch Schlauheit, Risikobereitschaft und Höchstleistungen ihre Existenz sichern können und dennoch unbändige Lebensfreude ausstrahlen.

 

Wir wollen auf diesem Weg jungen Menschen zeigen, dass Klassische Literatur spannende Geschichten erzählt, die auch heute noch aktuelle, weil ewig menschliche, Themen und Inhalte ansprechen. Dass der Spielstil der Commedia dell´ arte viele Möglichkeiten für direkte Kommunikation und Interaktion mit dem Publikum erlaubt, gibt dem Spiel auf der Freilichtbühne zusätzlichen Reiz.


Carlo Goldoni wurde am 25. Februar 1707 in Venedig geboren. 

Nach der Schulausbildung bei den Jesuiten in Perugia und den Dominikanern in Rimini

studierte er in Padua und Modena Jus und Theologie. 

1731 promovierte Goldoni in Padua und ließ sich als Advokat in Venedig nieder.

1734 arbeitete er am Theater San Giovanni Crisosthomo in Venedig.

1745 bis 1747 war er Anwalt in Pisa. 

Ab 1748 schrieb er als Hausdichter des Teatro St. Angelo unter anderem die Komödie

„Der Diener zweier Herren“, die 1746 in Mailand uraufgeführt wurde. 

1753 wechselte Carlo Goldoni als Bühnenautor zum Teatro San Luca. 

1762 ging er als Theaterdirektor am französischen Hof nach Paris und feierte Erfolge.
Die Französische Revolution strich ihm die Pension. 

Verarmt und erblindet starb Carlo Goldoni am 6. Februar 1793 in Paris – 

an dem Tag, an dem ihm der Konvent die Jahrespension wieder zusprach.


Carlo Goldoni gilt als Reformator der "Commedia dell` arte" mit ihren streng typisierten Figuren.

Er verbannte die typischen Masken und die Improvisation von der Bühne

und schrieb Charakterkomödien nach dem Vorbild Molières.

Er schrieb nach eigenen Angaben an die hundertfünfzig Theaterstücke

und Opernlibretti (letztere unter dem Pseudonym Polisseno Fegejo).

u.a.: Der Diener zweier Herren, Der Lügner, Das Kaffeehaus, Mirandolina, Der Fächer